Der Auftakt war selbstbewusst: „Wir kommen direkt auf den Punkt. Kein Laber-Rhabarber, sondern: Auf 3 geht es los“, kündigte ein Teilnehmer an – und was dann folgte, war ein mitreißendes Feuerwerk aus Ohrwürmern, Rockklassikern und Disco-Hits, das nicht nur das Publikum von der ersten Minute an begeisterte. Vielmehr bot es einen spannenden Querschnitt durch den Musikmentoren-Lehrgang der BDB-Musikakademie.

Mit einem beeindruckenden Konzert feierten die 25 Musikmentoren 2026 des Bundes Deutscher Blasmusikverbände und des Bundes Deutscher Zupfmusiker jüngst den Abschluss ihres Lehrgangs. In unterschiedlichsten Formationen – ob im Orchester, in der Big Band, in einer eigens gegründeten Rockband oder solistisch am Mikrofon – präsentierten die Jugendlichen eine bemerkenswerte musikalische Bandbreite. Die vier Gitarristen des BDZ sowie eine Cellisten erwiesen sich dabei als wunderbare Bereicherung. Und so standen neben den typischen Arrangements für Blasorchester auch Stücke im Repertoire, die dieser erweiterten Besetzung Rechnung trugen. Auf dem Programm standen Arrangements wie „The Greatest Showman“, „Don’t Stop Me Now“, „Smoke on the Water“ und „Superstition“ – Stücke, bei denen die Musikmentoren nicht nur ihre stilistische Vielfalt, sondern auch ihre Spielfreude und Bühnenpräsenz unter Beweis stellen konnten.
Besonders eindrucksvoll zeigte sich, wie sehr der Kurs Eigeninitiative und Kreativität fördert: Rund um die beiden E-Gitarristen Ferdinand Trabold und Lennon Keyes formierte sich spontan eine Rockband mit Lea-Marie Hummel als Sängerin am Mikrofon. Die junge Musikerin, eigentlich Klarinettistin aus dem Musikverein Ettenheimmünster, erwies sich als echtes Multitalent: Sie wechselte mühelos zwischen Orchester, Dirigentenpult, Klarinette, Saxophon und Gesang. Im Queen-Medley überzeugte sie als Dirigentin mit sicherem Gespür für Tempowechsel, während sie als Rocksängerin ebenso selbstverständlich die Bühne füllte und am Tenorsaxophon solistische Akzente setzte. „Das war eine sehr coole Zeit und hat total viel Spaß gemacht“, resümiert Lea-Marie Hummel. Besonders schätzte sie die Möglichkeit, Neues auszuprobieren: „Es war toll, so viele unterschiedliche Sachen zu machen“. Mit Blick auf die anstehende Projektphase im SOS-Kinderdorf zeigt sie sich motiviert. „Wir waren bereits für eine erste gemeinsame Aktionen mit Boomwhackers im SOS-Kinderdorf. Und es war sehr schön zu sehen, wie wir an den Aufgaben gewachsen sind“.

Sich neuausprobieren und auf musikalisches Neuland wagen

Auch für andere Teilnehmende bedeutete der Kurs das Betreten musikalischen Neulands. Der 16-jährige E-Gitarrist Ferdinand Trabold hatte zuvor weder dirigiert noch in einem Orchester gespielt: „Allein schon im Orchester zu spielen, war komplett neu für mich.“ Anfangs sei durchaus Unsicherheit dabei gewesen: „Wir wussten nicht, was auf uns zukommt. Blasmusik – das ist schon eine komplett andere Welt.“ Doch diese Skepsis wich schnell: „Dann haben wir uns aber direkt mit allen supergut verstanden und sind schnell zu einem tollen Team zusammengewachsen.“
Ähnliche Erfahrungen machte die 15-jährige Waldhornistin Tabea Franz aus Weinheim. Sie hatte sich besonders darauf gefreut, dirigieren zu lernen, und bereitete sich intensiv vor: „Seit meiner Anmeldung habe ich zu Hause auf meinen Dirigenten geachtet und ihn genau beobachtet.“ Trotz Nervosität bei ihrer Premiere überwog die Begeisterung: „Besonders gut fand ich, dass ich im Kurs auch kleinere Ensembles dirigieren konnte und dabei individuelles Feedback von den Dozenten bekommen habe.“

Wertvolle Skills für Bühne und Verein

Lehrgangsleiter Thomas Epple zeigte sich beeindruckt von der Entwicklung der Gruppe: „Dieser Kurs hat mich zum Staunen gebracht. Was da alles gewachsen und zusammengewachsen ist, das habe ich so noch nicht erlebt.“ In nur wenigen Tagen sei Enormes entstanden: „Wir treffen uns Freitagabend hier in der Akademie und gehen Sonntagnachmittag auseinander – und was dazwischen alles passiert, ist unglaublich.“ Neben der musikalischen Arbeit im Lehrgangsorchester, der Bigband und Rock-Band standen auch Dirigieren, Moderation, Spielpädagogik und viele weitere Themen auf dem Programm. „Ihr habt nicht nur Musik gemacht, sondern wertvolle Skills für Verein und Bühne gesammelt“, so Epple. Sein Fazit: „Ihr seid die Macher von morgen.“ Mit dem Abschlusskonzert hätten die Teilnehmenden ihre „Feuertaufe“ als frisch ausgebildete Musikmentoren bestanden. Gleichzeitig richtete Epple den Blick nach vorn – auf die anstehende Projektphase im SOS-Kinderdorf in Sulzburg: „Es ist nicht selbstverständlich, dass sich Jugendliche für Kinder engagieren, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Es ist eine tolle Sache, Gutes tun zu dürfen.“
Wie gut Musik verbindet, zeigte sich im Finale des Konzerts: Bei „Sternenhimmel“ stimmte nicht nur das Ensemble, sondern auch das gesamte Publikum mit ein – ein gemeinsamer Moment, der den Geist dieses Lehrgangs eindrucksvoll widerspiegelte. Mehr noch: Mit Energie, vielseitigen Talenten und großem Engagement setzten die Musikmentoren mit ihrem Abschlusskonzert ein starkes Signal dafür, wie lebendig und zukunftsorientiert die musikalische Nachwuchsarbeit im BDB ist.

Text und Fotos: Martina Faller