Kaum war das Line-up veröffentlicht und die Anmeldung freigeschaltet, war das BigBandBootCamp in Kooperation mit der SWR Big Band schon zur Hälfte ausgebucht. Das überrascht nicht. Hat Ralf Schmid doch ein hochkarätiges Dozententeam zusammengestellt, das sich sehen lassen kann. Es vereint Routiniers wie Klaus Graf und Christoph Neuhaus aus der SWR Big Band mit jungen, aufstrebenden Profis wie Simon Eckert.
Während Simon Eckert als frischgekürter Lead-Trompeter der Bigband der Bundeswehr bereits in der 2025er Ausgabe des BigBandBootCamps dabei war, gibt es zahlreiche Neulinge im Dozententeam. Neu dabei ist etwa die vielfach ausgezeichnete Komponistin, Dirigentin, Saxophonistin und Sängerin Fabia Mantwill. Mit ihrem genreübergreifenden „Fabia Mantwill Orchestra“ – einem hybriden Signature Jazz Chamber Orchestra – erschafft sie eine faszinierende Klangwelt zwischen Jazz, Klassik und Filmmusik. Ihr Debütalbum mit Gästen wie Kurt Rosenwinkel, Ben Wendel und Nils Landgren wurde international gefeiert und mit dem Deutschen Jazzpreis ausgezeichnet. Eine klanglich vielseitige, weltoffene Jazzsprache, die sowohl in kompositorischer Tiefe als auch in improvisatorischer Spontaneität verwurzelt ist, kultiviert auch die Schweizer Saxophonistin Charlotte Lang. Und sie hat Erfolg damit: 2023 wurde sie für das US-Programm Sisters in Jazz ausgewählt und 2020 war sie Gewinnerin des Schweizer SOFIA-Projekts unter der Leitung von Nicole Johänntgen. Ebenfalls neu als Dozent bei BBBC dabei ist Tobias Herzog. Der Jazz-Posaunist stand schon mit Größen wie Herbert Grönemeyer, Peter Brötzmann, Christian Lillinger, Randy Brecker, Jan Böhmermann, Markus Stockhausen, John Beasley, Django Bates, Kurt Rosenwinkel, Paquito D’Rivera, Bob Mintzer auf der Bühne und ließ auch mit eigenen Projekten aufhorchen. Schlagzeugerinnen und Schlagzeuger dürfen sich auf Lisa Catherine Wilhelm freuen. Für die junge Schlagzeugerin muss Musik echtes Feeling transportierten, und sie weiß, was der Schlüssel dazu ist: Rhythmus! In den Vordergrund trommeln? Das hat die junge Schlagzeugerin trotzdem nicht nötig. 2023 mit dem Solistinnen-Preis des Jungen Deutschen Jazzpreises ausgezeichnet – vereint sie in ihren Projekten die Welten aus Jazz, Pop und Klassik, überrascht mit filigranem Spiel und feinfühligen Kompositionen – unaufdringlich, elegant und mit ganz eigener Handschrift. Und auch für den Bereich Jazz-Gesang bringt Ralf Schmid eine spannende Kollegin von der Musikhochschule Freiburg mit: Die deutsch-brasilianische Sängerin, Komponistin und Bandleaderin Juliana Blumenschein – auch sie eine Vertreterin einer jungen Musikergeneration, die zwischen Jazz, brasilianischer Musik und eigener kompositorischer Sprache eine unverkennbare Handschrift entwickelt hat. Verwurzelt in zwei Kulturen, verwebt die Sängerin Virtuosität, Ausdruck und Klangfarbenreichtum zu einem persönlichen, genreübergreifenden Stil. Sie trat u.a. bei den Jazzopen Stuttgart, dem Bayerischen Jazzweekend Regensburg sowie in Salvador da Bahia bei der renommierten Konzertreihe „Jam no MAM“ auf. Neben ihrer künstlerischen Laufbahn ist Juliana Blumenschein seit 2012 als Gesangspädagogin an verschiedenen Musikschulen tätig – seit Oktober 2024 als Dozentin für Jazz/Pop-Gesang an der Hochschule für Musik Freiburg – und verfügt über langjährige Unterrichtserfahrung, von der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des BBBC profitieren können.
Text: Martina Faller
Fotos: Dovile Sermokas, Ken Yin, Florian Fries, Steffen Schmid, Dumitrita Gore, Joshua Castillo