Eine Woche voller Musik, neuer Erfahrungen und Gemeinschaft: Beim Musiklotsenkurs in der BDB-Musikakademie Staufen haben rund 40 Jugendliche aus Musikvereinen und Schulen ihre Leidenschaft für die Musik vertieft und viele neue Impulse gesammelt. In Workshops zu Dirigieren, Improvisation, Songwriting, Musiktheorie und Ensemblearbeit konnten sie sich musikalisch ausprobieren, Neues lernen und Verantwortung in der Gruppe übernehmen. 

Viele der Teilnehmenden waren besonders neugierig darauf, einmal selbst am Dirigentenpult zu stehen. Auch Katharina Schätzle von der Winzerkapelle Oberbergen
reizte genau das: „Ich wollte einfach mal die Erfahrung machen, vor einem Orchester zu stehen.“ Der erste Moment auf dem Podest sei zwar überwältigend gewesen, erzählt sie, doch schnell habe sich das in Begeisterung verwandelt. „Es war dann sehr cool, weil man plötzlich die Leitung hatte.“ Neben dem Dirigieren und Orchestermusizieren gehörten auch Improvisation und Songwriting zu den Höhepunkten der Kurswoche. Für Florian Dettle von der Stadtkapelle Ettenheim war besonders das Songwriting spannend: „Das wollte ich schon immer mal ausprobieren.“ Im Workshop lernte er unter anderem, wie sich mit wenigen Tönen eigene Melodien und Soli entwickeln lassen. „Das war mein Highlight.“ Auch Pia Meyer von der Feuerwehrkapelle Wellendingen hat im Kurs vieles zum ersten Mal ausprobiert. Besonders stolz ist sie darauf, dass sie sich nun mehr zutraut als zuvor: „Ich habe gelernt, dass ich auch Solos spielen kann – und dass ich mich traue, laut zu spielen.“ Gleichzeitig habe ihr das gemeinsame Musizieren mit neuen Leuten besonders gefallen: „Man knüpft Kontakte,  spielt neue Stücke und wächst als Gruppe zusammen.“
Gemeinschaft und Austausch waren für viele der Kinder und Jugendlichen ein zentraler Bestandteil der Woche. Christoph Weber vom Musikverein Mahlberg beschreibt die Atmosphäre so: „Alle haben sehr gut miteinander harmoniert.“ Gerade die Mischung aus musikalischer Arbeit, gemeinsamen Aktivitäten und Freizeit habe die Gruppe schnell zusammengeschweißt. Am Ende der Woche kehrten die jungen Musikerinnen und Musiker nicht nur mit neuen musikalischen Fähigkeiten, sondern auch mit gestärktem Selbstvertrauen in ihre Vereine zurück. „Ich habe auf jeden Fall mehr Selbstvertrauen entwickelt, auch beim Dirigieren oder Improvisieren“, zieht Katharina Schätzle von der Winzerkapelle Oberbergen Fazit. Sie weiß es sehr zu schätzen, dass sie den Musiklotsenkurs besuchen durfte: „Es bedeutet mir sehr viel, dass ich diese Erfahrungen machen durfte und dass ich jetzt einfach so ein bisschen als neuer Mensch rausgehe in meine Kapelle, in meinen Ort und die Erfahrungen, die ich hier gesammelt habe, auch weiterleben kann im Verein.“ Katharina Schätzle kann sich nun gut vorstellen, künftig mehr  Verantwortung zu übernehmen – etwa bei Registerproben oder in der Jugendarbeit ihres Vereins. „Ich finde es sehr cool, anderen etwas beizubringen oder sie zu unterstützen.“ Genau darin liegt das Ziel des Musiklotsenkurses: Jugendliche zu ermutigen, sich aktiv in ihren Orchestern und Ensembles einzubringen – als musikalische Vorbilder und engagierte Mitgestalter. Oder, wie es eine Teilnehmerin am Ende der Woche zusammenfasste: Gemeinschaft, Spaß und Erfahrungen – das mache den Musiklotsenkurs aus. Katharina Schätzle jedenfalls würde den Kurs auf jeden Fall weiterempfehlen. „Es ist eine richtig tolle Möglichkeit, mit anderen Leuten Kontakte zu schließen, in einem Orchester zu spielen und Erfahrungen zu sammeln, die einem einfach immer weiterhelfen können im späteren Leben.“

Martina Faller