Die Querwind Festival 2026 der BDB-Musikakademie präsentiert sich erneut als facettenreiches Forum für die Kunst der Flöte und eröffnet ein musikalisches Spektrum, das von Volksmusiktraditionen über klassische Meisterwerke bis hin zur zeitgenössischen Klangsprache reicht. Unter dem Leitgedanken „Klangvielfalt zwischen Klassik und Moderne“ vereint das Festival an zwei Abenden herausragende Künstlerinnen und Künstler sowie ein abwechslungsreiches Programm, das die Flöte in all ihren Ausdrucksformen feiert.

Den Auftakt bildet am Donnerstag, 14. Mai 2026 um 20:00 Uhr das Eröffnungskonzert des Ensemble 7211 mit dem Titel „Von Volksliedern zu klassischer Flötenkunst“. Mit dem Programm verneigen sich die beiden künstlerischen Leiter Rudolf Döbler und Robert Pot anlässlich des Jubiläums 100 Jahre Bund Deutscher Blasmusikverbände vor 100 Jahren musikalischer Fortbildungsarbeit – von der Breite zur Spitze – und danken herzlich für die jährliche Ermöglichung des Flötenfestival in der BDB-Musikakademie. Bewusst setzten die Künstler deshalb einen Schwerpunkt auf Werke, die in enger Verbindung zur Volksmusik aus unterschiedlichen Regionen der Welt stehen und würdigen so die besondere Rolle der Volksmusik als kreative Grundlage klassischer Kompositionen. In einem weiten musikalischen Bogen entfalten sie eine Reise von europäischen Traditionen über Afrika und Mexiko bis nach Südostasien. Dabei verschmelzen rhythmische Energie, Virtuosität und tief empfundene Melodik zu einem vielschichtigen Konzerterlebnis, das kulturelle Vielfalt hörbar macht und die zeitlose Kraft musikalischer Wurzeln eindrucksvoll in Szene setzt. Werke von Heinz Irsen, Miklós Kocsár, Gianfranco Plenizio, Herman Beeftink und Franz Doppler verdeutlichen diesen Dialog zwischen Tradition und künstlerischer Weiterentwicklung. Gestaltet wird der Abend von Rudolf Döbler und Robert Pot (Flöten) sowie Hagen Reisbach am Klavier.

Die Volksmusik als kreative Grundlage klassischer Kompositionen

Bereits vor dem offiziellen Festivalauftakt eröffnet sich dem Publikum um 19:00 Uhr ein besonderes Einstimmungserlebnis: Das kostenfreie Kurzkonzert „FREIFLUG – improvisierte Musik auf Flöte, Bass- und Kontrabassflöte“ mit Tilmann Dehnhard lädt dazu ein, die klanglichen Möglichkeiten der Flöte in einem freien, improvisatorischen Kontext zu entdecken. Unmittelbar, spontan und experimentell schafft dieses Vorspiel einen atmosphärischen Übergang in den Konzertabend und eröffnet neue Hörperspektiven auf das Instrument.

Stilistische Vielfalt und künstlerische Kontraste

Am Freitag, 15. Mai 2026 um 20:00 Uhr setzt das Festival sein Programm mit dem Festivalkonzert fort, das unter dem Zeichen stilistischer Vielfalt und künstlerischer Kontraste steht. Der Abend beginnt mit der sprühenden Ouvertüre zu Mozarts „Le nozze di Figaro“ in einer originellen Bearbeitung für drei Flöten und Klavier und führt über Albert Roussels farbenreiche Suite „Quatre Joueurs de Flûtes“ in poetische Klangwelten zwischen Mythos und Charakterstudie. Ergänzt wird das Programm durch Werke von Lili Boulanger, Carl Frühling und Nadia Boulanger, die ein nuanciertes Spektrum zwischen lyrischer Intimität und romantischer Ausdruckskraft eröffnen. Nach der Pause weitet sich der Klangraum mit Claude Debussys Sonate für Violine und Klavier in impressionistische Sphären, bevor Heinz Holligers Solostück (t)air(e) die klanglichen Grenzen der Flöte auslotet. Ein energiegeladener Schlusspunkt gelingt schließlich mit Ian Clarkes „Curves“, das rhythmische Virtuosität und moderne Spielfreude vereint. Mit Anne-Catherine Heinzmann, Sibel Pensel und Angela Firkins (Flöte) sowie Yoko Müller-Takahashi und Vitaliya Fedosenko (Klavier) vereint das Festival erneut herausragende Interpretinnen und Interpreten der internationalen Flötenszene.
Martina Faller