Seit zehn Jahren sind Petra Köster und Dieter Erhardt treue Teilnehmer der Kurse der BDB-Musikakademie. „Wir sind Wiederholungstäter“, lachte Dieter Erhardt. „Wie so viele“ ergänzt seine Lebensgefährtin Petra Köster. Und letzteres gibt den Ausschlag. „Das ist wie eine Familie“.
Bei einem Workshop für weiches Blech haben sie vor vielen Jahren Berthold Schick kennengelernt. Seither reisten sie mindestens einmal im Jahr nach Staufen, um am Intensivkurs für traditionelle Blasmusik „Ewig Schick & Schad“ teilzunehmen. Dabei haben sie sich nicht nur mit den beiden Dozenten Berthold Schick und Peter Schad angefreundet. Mit den anderen Teilnehmenden werden ebenfalls, auch außerhalb des Kurses, mit gegenseitigen Besuchen Kontakte und Freundschaften gepflegt. „Die Leut‘ passen einfach!“, freut sich Petra Köster. „Das sind lauter Gleichgesinnte und jeder hat das gleiche Interesse“. Seit ihrem Umzug in den hohen Norden gehören Petra Köster und Dieter Erhardt zu den Teilnehmern mit der weitesten Anreise. „An der Nordsee findet man keine Blasmusikkultur. Das ist eine Diaspora. Da fährt man mindestens 30 Kilometer in die nächste Probe“, erzählt Petra Köster. Dass sie dennoch Musik machen, in Feuerwehrmusikzügen und im Projektorchester Schleswig-Holstein mitspielen sowie in Brassbands aushelfen, versteht sich von selbst. Als Tenorhornistin und Tubist können sie sich „die Rosinen aussuchen“. Trotzdem ist es nicht dasselbe. „Wir vermissen die süddeutsche Blasmusikkultur sehr“. Den weiten Weg nach Staufen von fast 900 Kilometern nehmen die beiden deshalb gerne auf sich. Hier können sie nicht nur ihre Liebe zur traditionellen Blasmusik ausleben und sich bei renommierten Dozenten weiterbilden. „Das ist immer toll und bereichernd“, sind sich die beiden einig und attestieren Berthold Schick eine „pädagogisch wertvolle Leitung.“ Hier erhalten sie vielmehr auch immer wieder neue Impulse und neue Literatur für ihre „Entwicklungshilfe im Norden“. „Wenn ich etwas brauche, rufe ich den Peter (Schad) an. Der sagt dann bloß ‚Mädle, das schick‘ ich dir‘ und schon habe ich ein neues Stück für unsere Vereine im Norden“. Mit Peter Schads Nachfolger Martin Scharnagl haben sie sich auch längst angefreundet. „Den haben wir mit einem Mitbringsel von der Nordsee – einer Fischsuppe – bestochen“, berichtet Petra Köster augenzwinkernd. Wenn den beiden Vollblutmusikern die beiden „Ewig Schick & Scharnagl“-Kurse nicht genug sind, dann kann es sein, dass sie zusätzlich noch zu „Egerländer Tradition“, dem „Blechrausch“ oder zu „Der Berg ruft“ kommen. Und da ist ihnen dann kein Weg zu weit!
Text und Bilder: Martina Faller