Die BDB-Bläserjugend startete mit einem neuen Format ins Jubiläumsjahr und veranstaltete anlässlich ihres 40-jährigen Jubiläums in Zusammenarbeit mit den Blasmusikverbänden Hochrhein und Hochschwarzwald ein Jugendwertungsspiel-Event in Bonndorf. 15 teilnehmende Ensembles meisterten dabei nicht nur die musikalischen Herausforderungen ihrer Wertungsspielstücke, sondern auch kniffelige, sportliche und kreative Challenges. Es wurde ein unvergesslicher Tag voller Erfolgserlebnisse und schöner Begegnungen.

„Da war Action, Anfeuern und Stimmung!“, sagte Susanne Bader, Bildungsreferentin der BDB-Bläserjugend, als sie an das Wertungsspiel-Event der BDB-Bläserjugend im Mai zurückdachte. Action, Spiel und Spaß bei einem Wertungsspiel? Dass das kein Widerspruch ist und ein Wertungsspiel durchaus viel mehr sein kann als das Vortragen von Pflicht- und Wahlstücken, das wollte die BDB-Bläserjugend mit dem Wertungsspiel-Event in Bonndorf unter Beweis stellen. Und der Beweis ist geglückt! Mehr noch: Am Ende wurde das Wertungsspiel-Event für rund 400 Kinder und Jugendliche zu einem abwechslungsreichen Aktionstag und zu einem herausragenden, unvergesslichen Erlebnis.

Die Vorzeichen standen gut, die Voraussetzungen in Bonndorf waren geradezu optimal und als dann auch noch das Wetter mitmachte, konnte eigentlich nichts mehr schiefgehen. Und mit 15 Jugendorchestern aus dem gesamten Verbandsgebiet und sogar darüber hinaus wurden die Erwartungen für die Anmeldungen weit übertroffen.

Das Konzept kam bei der Zielgruppe offenbar an, was nicht verwundert. Die Teilnahmebedingungen waren mit dem Verzicht auf Pflichtstücke bewusst niederschwellig und die Ausschreibung so gestaltet, dass sie anstatt angespannter Wertungsspielatmosphäre einen unterhaltsamen und abwechslungsreichen Tag versprach. „Ursprünglich hatten wir die Veranstaltung nur für zehn Orchester geplant“, berichtete Susanne Bader. Dass es dann fünf Orchester mehr wurden, lag am guten Willen der Verantwortlichen. „Wir wollten allen die Teilnahme ermöglichen!“, erklärte Bader. Logistik und Organisation wurden dadurch zwar zur Herausforderung und der Zeitplan ziemlich straff, aber am Ende hat „alles einwandfrei funktioniert!“ Auch dank einer großen Anzahl an Helfern und Betreuern: „Jeder Verband ist losgelaufen und hat Helferinnen und Helfer akquiriert und nach Bonndorf mitgebracht“, berichtete Susanne Bader. Und so standen den Organisatoren rund um Susanne Bader 35 Helferinnen und Helfer zur Verfügung, die beim Auf- und Abbau halfen, die Betreuung der Orchester übernahmen, die Spiele betreuten, als Juroren tätig oder als Springer und als Social-Media-Berichterstatter im Einsatz waren. Die Bewirtung der teilnehmenden Jugendorchester hat die Stadtmusik Bonndorf übernommen und mit Kuchentheke, Waffelstand und Spaghetti Bolognese für das leibliche Wohl der jungen Musizierenden gesorgt.

Es war also für alles gesorgt, als am frühen Morgen zwischen 7:45 und 8:00 Uhr die ersten drei Jugendorchester ankamen. Danach ging es im 15-Minuten-Takt Schlag auf Schlag: Anmelden, einspielen und ab auf die Bühne, um der Jury aus Marco Geigges, Markus Augenstein, Susanne Bader und Joachim Volk die beiden Selbstwahlstücke vorzutragen. Im zugewiesenen Raum warteten die jungen Musikerinnen und Musiker auf die Bewertung und das Gespräch mit einem der Juroren, während auf der Bühne bereits die nächste Jugendformation Platz nahm. Bis dahin entsprach das Jugendwertungsspiel-Event einem ganz normalen Wertungsspiel, auch aus der Sicht der „Notenchaoten aus Triberg“, die mit ihren beiden Wertungsspielstücken „Fanfare and Triumph“ von James Swearingen und „Fortis“ von Gary Gazley in der Stufe 1 antraten. Mit ihrem Vortrag waren die Notenchaoten unter der Leitung von Hansjörg Hilser sehr zufrieden. Hatten sie doch seit ihrem letzten Auftritt nochmals intensiv an den beiden Stücken geprobt, wie Hansjörg Hilser berichtete. Mit Erfolg! Und so fand Juror Markus Augenstein nicht nur viele lobende Worte für das junge Orchester. Er konnte ihnen auch ein hervorragendes Wertungsspielergebnis von über 90 Punkten mitteilen.

Neben musikalischen Kompetenzen waren beim Wertungsspiel-Event in Bonndorf bei fünf Challenges auch Geschicklichkeit, Kreativität und Teamgeist gefordert.
Mit dem Jurorengespräch war der Einsatz der Notenchaoten beim Jugendwertungs-Event jedoch keineswegs beendet. Instrumente, Noten und Notenständer konnten zwar vorübergehend weggepackt werden, Engagement, Geschicklichkeit, Kreativität und Teamgeist waren aber weiterhin gefordert.

Denn unmittelbar nach dem regulären Wertungsspiel ging es zu einem abwechslungsreichen Parcours, den Susanne Bader im Team mit Marina Reichmann (Blasmusikverband Hochrhein) und Sandra Haaga (Blasmusikverband Hochschwarzwald) konzipiert und so vorbereitet hatten, dass er den verschiedenen Altersstufen gerecht wurde. Und so erwartete die jungen Musikerinnen und Musiker an jeder Station eine spannende Challenge, die sie im Team oder als Gruppe meistern mussten. Da galt es beispielsweise, einen Parcours mit Hindernissen auf Zeit zu absolvieren, im Quiz die Anzahl der Notenköpfe in einem Musikstück oder die Anzahl der Ehrennadeln in einem Gefäß zu schätzen, Instrumente ihrem jeweiligen Entstehungsjahr oder Komponisten ihren Geburtsjahren zuzuordnen. An einer weiteren Station mussten die Kinder und Jugendlichen zu zweit, aber nur mit zwei Händen, einen Notenständer aufbauen, mit den linken Händen den Marsch „Hochbadnerland“ in die Marschgabel einklemmen oder ein Puzzle zusammenfügen. An der Station „Mysterybox“ mussten die Kinder Gegenstände wie zum Beispiel ein Blechbläsermundstück oder ein Trompetenventil erfühlen. „Da waren alle sehr erfolgreich!“ Und das war nicht unerheblich. Schließlich ging es bei den Challenges nicht nur um den Spaßfaktor, sondern genauso um Punkte wie beim musikalischen Wertungsspiel. „Die Punkte aus den Challenges wurden genauso gewertet und flossen mit gleicher Gewichtung in das Gesamtergebnis ein“, erklärte Susanne Bader. „So hatten auch musikalisch weniger erfahrene Ensembles die Möglichkeit, mit ihren Fähigkeiten zu glänzen“, ergänzte Marco Geigges, Leiter der BDB-Bläserjugend, „und dabei noch jede Menge Spaß.“

Am Ende stand wieder die Musik im Fokus: Alle 15 teilnehmenden Jugendorchester musizierten gemeinsam im Gesamtchor und umrahmten die Abschlussfeier. Und ganz nebenbei konnten die teilnehmenden Jugendorchester in den Challenges, die im Team oder in der ganzen Gruppe, gemeistert werden mussten, noch die Gemeinschaft und ihr Wir-Gefühl stärken. Zum Abschluss stand dann noch einmal die Musik im Mittelpunkt. Vereint im Gesamtchor musizierten die rund 400 Teilnehmenden gemeinsam und umrahmten mit vier Werken die Abschlussfeier, bei der die Leistungen und Ergebnisse aus dem Wertungsspiel und den Challenges gebührend gewürdigt und prämiert wurden. Die Notenchaoten aus Triberg kamen im musikalischen Wertungsspiel auf 91,2 Punkte, erzielten bei den Spielen eine Punktzahl von 86 Punkten und landeten mit einem Gesamtergebnis von 88,6 Punkten auf einem hervorragenden 3. Platz. Dass nur die Orchester mit der höchsten Gesamtpunktzahl in jeder Stufe einen Preis erhielten, tat der Sache keinen Abbruch. Denn keines der teilnehmenden Orchester ging leer aus. Mit nach Hause genommen haben sie vielmehr bleibende Erinnerungen an einen ereignisreichen Tag mit viel Spaß und voller Erfolgserlebnisse, Glücksmomente und vieler schöner Begegnungen. Und das ist am Ende viel mehr wert.

Martina Faller