Eine starke Stimme für die Jugend
Mit einem bewegenden Festakt hat die BDB-Bläserjugend ihr 40-jähriges Bestehen gefeiert und vier Jahrzehnte musikalischer Jugendarbeit gewürdigt. Zahlreiche Wegbegleiter, Funktionsträger, junge Ehrenamtliche, Musikerinnen und Musiker versammelten sich im Bach-Saal der BDB-Musikakademie, um die Erfolgsgeschichte der BDB-Bläserjugend zu würdigen. In Ansprachen, Rückblicken und Zukunftsausblicken wurde deutlich: Die Bläserjugend ist weit mehr als ein organisatorisches Dach – sie ist Motor, Ideengeberin und Heimat für Generationen junger Musikbegeisterter.
Dr. Patrick Rapp MdL, Präsident des Bundes Deutscher Blasmusikverbände (BDB), stellte in seiner Festrede die gesellschaftliche Relevanz der musikalischen Jugendarbeit in den Mittelpunkt. „40 Jahre BDB-Bläserjugend bedeuten 40 Jahre Zusammenhalt und Gemeinschaft. Ihr seid der Kitt unserer Gesellschaft“, so Rapp. Die verbindende Kraft der Musik sei einzigartig, betonte er weiter: „Das Jubiläum zeigt, welche Kraft Musik entfalten kann: Sie bringt Menschen unterschiedlichen Alters zusammen, den 70-Jährigen mit dem Teenager – keine Fußballmannschaft schafft das!“ Auch die historischen Wurzeln vergaß Rapp nicht zu würdigen: „1985 hatte man die Vision, die Jugend zusammenzubringen. Das, was seither passiert ist, verdient es, auf ein Podest gehoben zu werden.“
Michael Weber: Einblicke in die Gründungszeit
Einen authentischen Blick zurück auf die Anfänge der Bläserjugend gab Gründungsmitglied Michael Weber. Schon vor der offiziellen Gründung 1985 sei die Jugendarbeit im BDB aktiv gewesen – allerdings stärker fachlich als organisatorisch geprägt. „Es war nicht so, dass die Bläserjugend 1985 von Null an starten musste“, erläuterte Weber. „Doch die Gründung der BDB-Bläserjugend war ein entscheidender Schritt zur Professionalisierung der Jugendarbeit.“ Auch bekannte Formate wie das Internationale Jugendkapellentreffen (IJKT), Jugendleiter-Tagungen oder das Jungmusiker-Leistungsabzeichen (JMLA) sind schon vor 1985 entstanden, wurden aber später maßgeblich weiterentwickelt. Legendär waren etwa die Goldkurse von Suppan in der Traube in Waldau im Hochschwarzwald beim Wirt und Dirigenten Leopold Winterhalter. Auch die Jugendleitertagungen, die bis heute fortgeführt werden und, so Marco Geigges, „damals genauso wichtig waren, wie sie es heute sind“, hatten vorher schon Tradition und wurden, bedingt durch die personelle Besetzung, manchmal gemeinsam von Musik- und Jugendbeirat abgehalten. „Bei einer solchen Tagung geschahes, dass ich wegen Bettenknappheit im Doppelbett von Walter Tuschla landete“, erinnerte sich Michael Weber lachend.
Modern und zukunftsgewandt: Die Bläserjugend heute
Dr. Marco Geigges, heutiger Vorsitzender der BDB-Bläserjugend, präsentierte in einer pointierten und unterhaltsamen Rede aktuelle Projekte und Visionen. Er schlug den Bogen vom ersten IJKT 1969 in Staufen bis zum jüngsten Großevent 2023 in Ettlingen mit 1.500 Teilnehmenden. „Nach dem großartigen Erfolg 2023 in Ettlingen planen wir schon das nächste IJKT 2027 in Donaueschingen“, kündigte Geigges an. Auch das JMLA habe sich enorm weiterentwickelt: Von der Einführung 1984 über den Ausbau mit Junior und Junior 1 bis hin zu App-basierten, digitalen Lernformaten heute. „Mehr als 300.000 JMLA wurden seither abgenommen – eine beeindruckende Zahl“, sagte Geigges. „Wir haben den Schritt vom Lehrbuch zum digitalen Lernen erfolgreich gemeistert.“

Auch innovative Formate wie das Musikcamp im Europa-Park, das 2026 sein 20-jähriges Jubiläum feiert, wurden gewürdigt. Legendär: Der „Crazy Saxophone“ Wettbewerb in der Silverstar-Achterbahn, von dem zur Freude des Publikums ein Video gezeigt wurde.
Ein starkes Fundament für die Zukunft
Zum Abschluss des Festakts zog Geigges ein rundum positives Fazit: „Die BDB-Bläserjugend steht gut da. Wir sind uptodate und haben viele tolle Projekte am Laufen, um Kindern und Jugendlichen bereichernde Wege in eine musikalische Zukunft aufzuzeigen.“
Wie viel Freude, Bereicherung und Spaß im gemeinsamen Musizieren steckt, das unterstrich die junge Formation Freiblech. Mit großem Können und ansteckender Spielfreude verliehen die jungen Musiker den Redebeiträge lebendigen Nachdruck und machten klangvoll und eindrucksvoll anschaulich, wohin die Bildungswege der BDB-Bläserjugend führen.
Martina Faller