Böhmische Blasmusik vom Feinsten: Seit 20 Jahren ist die siebenköpfige Formation „Alpenblech“ auf den Blasmusikbühnen im In- und Ausland unterwegs und erfreut sich großer Beliebtheit. Klaus Schwärzler, Schlagzeuger und musikalischer Leiter des Ensembles, wollte ursprünglich bei regionalen Anlässen in gemütlicher Atmosphäre musizieren. Inspiriert von den Innsbrucker Böhmischen hat er sich für eine Sieben-Mann-Besetzung entschieden. Der Name „Alpenblech“ war dabei eine spontane Idee – heute ist er aus der Blasmusikwelt nicht mehr wegzudenken.

Das Ensemble aus Ellwangen (Jagst) spielt hierbei überwiegend böhmische Titel, so auch viel aus dem Repertoire von Ernst Mosch. Jedoch sind auch neuere Stücke Teil des Programms, „Beziehungskistl“ oder „Am Malerwinkl“ sind konkrete Beispiele. Die Profi-Musiker waren und sind bei großen Egerländer-Besetzungen, Ensembles aus Klassik sowie volkstümlichen Bereichen, Tanzlmusi, Oberkrainer, diversen Brass Bands, Sinfonie- und Blasorchestern sowie im Big-Band-Bereich tätig. All diese musikalischen Einflüsse tragen zum jetzigen „Alpenblech-Sound“ bei, an den der größtmögliche Anspruch an Präzision und Musikalität gesetzt wird. Und doch kommen Herzblut und reine Spielfreude bei den sieben Musikern nie zu kurz. Die Besetzung mit dreimal Flügelhorn/Trompete, zweimal Tenorhorn/Posaune, einmal Tuba und Schlagzeug war von Anfang an dieselbe. Bei Personalwechseln waren oft veränderte berufliche oder private Umstände der Grund. Neue Kollegen waren entweder von vornherein Wunschkandidaten oder wurden über Empfehlungen „rekrutiert“. Die aktuellen Bandmitglieder um Gründer und Schlagzeuger Klaus Schwärzler setzen sich zusammen aus Michael Müller (Tenorhorn/ Posaune), Florian Ess (Trompete/Flügelhorn), Peter Seitz (Tenorhorn/Posaune), Martin Ehlich (Trompete/Flügelhorn), Christian Schick (Tuba) und Bartholomäus Natter (Trompete/Flügelhorn). Neben ihrem Engagement bei Alpenblech sind sie alle hauptberuflich musikalisch tätig – ob als Musiker in weiteren bekannten Musikformationen und Orchestern, als Instrumentallehrer an Musikschulen oder Professor an Hochschulen, Redakteur und Notensetzer oder Dirigent.

Kreativ und vielseitig

Das Repertoire erstreckt sich neben den bereits erwähnten Mosch-Klassikern über ausgewählte Titel aus der Oberkrainer- und Tanzlmusi-Szene, neuen und eigens für „Alpenblech“ geschriebenen Kompositionen bis hin zu modernen Stücken aus allen Musikstilen. Dabei legen die Ensemblemitglieder großen Wert auf eine korrekte Stilistik, was auch einen tollen Big-Band-Sound ermöglicht: Ein seit Jahren beliebter Titel ist „Bei mir bist du schön“. Da die Musiker nicht nur instrumenten- sondern auch gesangsfest sind, können sie auch in diesem Bereich einiges bieten – sei es eine Gesangspolka wie „In Deinen Armen“ oder ein „Udo-Jürgens-Medley“. Neue Arrangements werden ständig ausgearbeitet, an Ideen mangelt es nicht: So etwa soll demnächst ein neues modernes Medley mit Gesang in das Repertoire aufgenommen werden. Der Kopf hinter den Eigenkompositionen ist hierbei Tenorhornist Peter Seitz. Er ist Gründungsmitglied und fast seit Beginn an für Arrangements und Kompositionen zuständig. „Hin und wieder bringen wir anderen Musikern eigene Kompositionen oder Arrangements mit, die laufen aber immer über Peters Schreibtisch. Die letzte Korrektur oder den letzten Feinschliff macht in der Regel er“, so der Tubist Christian Schick.

Stammgäste beim Woodstock der Blasmusik

Anlässlich des 20. Geburtstages gab es ein großes Jubiläumskonzert in Oberreute im Adlersaal. Zusammen mit der befreundeten Musikgruppe „Bradlberg Musig“ aus Vorarlberg, die als Vorgruppe auftrat, spielten sie am 5. April vor einem ausverkauften Saal. Einer der Höhepunkte für Alpenblech in ihrer 20-jährigen Laufbahn war und ist jedoch der alljährliche Auftritt beim „Woodstock der Blasmusik“. Bei diesem viertägigen Blasmusik-Festival, das seit 2011 jährlich an vier Tagen Ende Juni/Anfang Juli in der oberösterreichischen Gemeinde Ort im Innkreis stattfindet, spielen Kapellen und Bands sowohl traditionelle als auch moderne Blasmusik. Es ist das größte Blasmusik-Festival Europas mit über 100.000 Festivalteilnehmenden. Alpenblech ist fast von Anfang an dabei. „Schöne Begegnungen gibt es eigentlich bei jedem Auftritt, aber das Woodstock ist für uns wie ein Klassentreffen. Dort sehen wir Musikerkollegen, die wir sonst nie treffen, weil sie selbst musikalisch unterwegs sind,“ schwärmt Christian Schick.

Wer nicht bis zum Woodstock-Festival warten will, hat die Möglichkeit, die sieben Mann starke Formation in der BDB-Musikakademie Staufen am 12. Dezember zu hören. Blasmusik-Hörgenuss garantiert!

Anette Weigold