
Zukunftsdialog 2025 – Chancen für Kulturvereine im Ganztag standen im Fokus
Staufen, 12. Oktober 2025 – Rund 80 Vertreterinnen und Vertreter aus Vereinen, Musikschulen, Kommunen und Politik nahmen am „Zukunftsdialog 2025“ des Bund Deutscher Blasmusikverbände (BDB) in der BDB-Musikakademie teil. Im Mittelpunkt stand die Frage: Wie können Kultur- und Musikvereine die Chancen der Ganztagesförderung (GaFöG) nutzen?
Im großen Saal „Johann Sebastian Bach“ diskutierten unter der Moderation von Dr. Denise Burgert folgende Experten in einer hochkarätig besetzten Runde: Staatssekretär Volker Schebesta MdL, Bürgermeister Martin Numberger, Gert Balzer, Rainer Falk, Birgit Hannig-Waag, Cesar Masano Cavaloti und Ingo Sadewasser. Besonders lebendig wurde der Austausch durch zahlreiche Wortmeldungen und Fragen aus dem Publikum. So entwickelte sich ein spannender Dialog im Saal, der unterschiedliche Perspektiven sichtbar machte: von Musikschulen, Vereinen, Kommunen bis hin zur Politik. Dabei wurde deutlich, dass die Ganztagesförderung große Chancen für eine nachhaltige Zusammenarbeit zwischen Schulen und Kulturvereinen bietet – aber auch differenzierende Sichtweisen und Herausforderungen mit sich bringt.
Am Nachmittag vertieften die Teilnehmenden das Thema in mehreren Fach-Foren:
- Fach-Forum A: Gert Balzer – „Mit Farben spielend leicht zur Musik“
- Fach-Forum B: Sonja Oellermann – „Singen mit Kindern“
- Fach-Forum C1: Cesar Masano Cavaloti – „Da Capo und Andante“
- Fach-Forum C2: Rainer Falk – „Bläserklassen: Schulübergreifend gemeinsam musizieren“
Die begleitende Fachausstellung bot darüber hinaus Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen und Ideen für die Vereinsarbeit mitzunehmen. Der Zukunftsdialog 2025 ist Teil der BDB-Initiative „ZukunftVerein“, die Kulturvereine dabei unterstützt, sich frühzeitig auf die Veränderungen im Bildungsbereich einzustellen und neue Wege der Kooperation zu erschließen. Die Ergebnisberichte aus den Fach-Foren und dem Zukunfts-Talk sind verfügbar unter www.bdb-online.de/zukunftsdialog veröffentlicht.
Die Ergebnisse des Zukunftsdialog 2025
Ergebnisberichte aus Talk und Fach-Foren:
- “Zukunfts-Talk” aufbereitet für Vereinsvorsitzende (PDF | 0,3 MB)
- Ergebnis-Bericht “Fach-Forum A” (Gert Balzer) – folgt hier in Kürze
- Ergebnis-Bericht “Fach-Forum B” (Sonja Oellermann) (PDF | 1,1 MB)
- Ergebnis-Bericht “Fach-Forum C1” (Cesar Masano Cavaloti) – folgt hier in Kürze
- Ergebnis-Bericht “Fach-Forum C2” (Rainer Falk) – folgt hier in Kürze
Tipp für Musikvereine: Mit Ganztagsschulen kooperieren und Honorare sichern!
Bezahlt musizieren – mit Fördermitteln der Schule
Wusstet ihr, dass Musikvereine im Rahmen der Ganztagsförderung als außerschulische Partner bezahlt in der Schule mitwirken können?
Durch die sogenannte Monetarisierung können Schulen bis zu 70 % ihrer zusätzlich zugewiesenen Ganztags-Lehrerwochenstunden in Geld umwandeln – und damit externe Angebote finanzieren, z. B. eine Musik-AG mit eurem Verein.
Das bedeutet konkret für euch:
Eine monetarisierte Lehrerwochenstunde (für 40 Schulwochen im Jahr) wird derzeit mit 2.142 € vergütet. Das entspricht einem Honorar von 53,55 € pro Stunde – für eine einzelne Wochenstunde über das ganze Schuljahr!
So funktioniert’s:
- Ihr entwickelt gemeinsam mit der Schule ein passendes Angebot (z. B. Bläserklasse, Trommelgruppe, Musik entdecken …)
- Die Schulleitung schließt mit euch einen Kooperationsvertrag und beantragt die Monetarisierung
- Die Schule erhält die Fördermittel über die L-Bank und kann euch daraus bezahlen
Wichtig: Die Verantwortung für Antrag, Abwicklung und Abrechnung liegt bei der Schule. Ihr als Verein müsst lediglich ein pädagogisch sinnvolles Angebot bereitstellen – und im Idealfall langfristig mit der Schule zusammenarbeiten.
Nützliche Links hierzu:
- Zum Verfahren der Monetarisierung
- Zum Kooperationsvertrag
- Mustervereinbarungen zur Kooperation
- Häufige Fragen und Antworten
- Qualitätsrahmen
Weitere hilfreiche Themen und Links
- Projekt “ZukunftVerein” – http://www.zukunftverein.de
- Ergebnisse aus dem „Zukunftsdialog 2024 – Mitglieder gewinnen“
- Ergebnisse aus dem „Zukunftsdialog 2022/2023 – Finanzierung“
Impressionen des Zukunftsdialog 2025
Das war das Programm des Zukunftsdialog 2025
| Uhrzeit | Raum | Thema |
|---|---|---|
| ab 9:00 | Foyer und Boulangerie | Anmeldung und Besuch der Fachausstellung |
| 10:00 | Großer Saal „Johann Sebastian Bach” |
Zukunfts-Talk – „Chancen nutzen im Ganztag“Wie Vereine von der Ganztagesförderung (GaFöG) profitieren können– Podiumsdiskussion im Plenum – Experten-Runde: Staatssekretär Volker Schebesta, Bürgermeister Martin Numberger, Gert Balzer, Rainer Falk, Birgit Hannig Waag, Cesar Masano Cavaloti, Ingo Sadewasser, Moderation: Dr. Denise Burgert |
| 12:00 | Foyer und Boulangerie | Mittags-Pause und Besuch der Fachausstellung |
| 13:00 | div. Räume | 3 parallele Fach-Foren:
|
| 14:30 | Foyer und Boulangerie | Pause und Besuch der Fachausstellung |
| 15:00 | div. Räume | 3 parallele Fach-Foren (Wiederholung):
|
| 17:00 | Ende der Veranstaltung |
10:00 Uhr – Großer Saal „Johann Sebastian Bach“
Zukunfts-Talk – „Chancen nutzen im Ganztag”
Wie Vereine von der Ganztagesförderung (GaFöG) profitieren können
– Podiumsdiskussion im Plenum –
Experten-Runde mit Staatssekretär Volker Schebesta, Bürgermeister Martin Numberger, Gert Balzer, Rainer Falk, Birgit Hannig Waag, Cesar Masano Cavaloti, Ingo Sadewasser
Moderation: Dr. Denise Burgert
„Kultur-Vereine fit für die Zukunft machen – sich dem Dialog und den neuen Anforderungen stellen, die durch die Änderungen in der Ganztagsbetreuung entstehen. Reden wir mit den Experten über die Frage „Wie Vereine von der Ganztagesförderung (GaFöG) profitieren können“. Hören wir die Meinungen und Sichtweisen von Vertretern aus Schulen, Musikschulen, Kommunen, Politik, Verbänden und Vereinen. Welche Chancen entstehen für unsere Kultur-Vereine im Ganztag und wie können diese Chancen früh und nachhaltig genutzt werden.“
13:00 Uhr – Konferenzraum
15:00 Uhr – Konferenzraum (Wiederholung)
Fach-Forum A – „Mit Farben spielend leicht zur Musik“
Experte: Gert Balzer
Workshop für einen farbcodierten Zugang zur Musikpädagogik
Musik erleben, ohne Notenlesen und jahrelanges Üben – genau darum geht es in diesem praxisnahen Workshop. Die Welt der farbcodierten Musikpädagogik öffnet Türen für spielerisches Musizieren, schnelle Erfolgserlebnisse und kreative Gestaltungsmöglichkeiten.
Gemeinsam werden die wichtigsten Vertreter der bunten Instrumentenfamilie vorgestellt – von Boomwhackers® bis Soundbellows® – und direkt ausprobiert. Mit der Arrangiermethode „Colored Chord Cards“ entsteht Schritt für Schritt ein farbiges Klangbild, das zum Mitmachen einlädt. Das Highlight: Aus einem Lieblingslied wird gemeinsam ein buntes Ensemble-Arrangement erarbeitet, bei dem jede*r sofort Teil der Musik wird.
Der Zugang über die Farbkodierung gewinnt dabei nicht nur in der Praxis, sondern zunehmend auch in der Wissenschaft an Bedeutung. Er eröffnet ideale Möglichkeiten für den Musikunterricht, für AGs und Ganztagsprogramme. Durch seine klare Struktur eignet er sich zudem hervorragend für inklusive Settings und lässt sich binnendifferenziert auf unterschiedliche Lernniveaus übertragen.
Ob für die Schule, die Musikpädagogik, die Therapie oder einfach die eigene Freude am Musizieren – dieser Workshop zeigt, wie niedrigschwellig, inklusiv und inspirierend farbcodiertes Musizieren sein kann.
Keinerlei Vorkenntnisse erforderlich – nur Neugier, Freude am Ausprobieren und Lust auf Farbe und Klang!
13:00 Uhr – Konferenzraum
15:00 Uhr – Konferenzraum (Wiederholung)
Fach-Forum B – „Gafög und seine Chancen im Alltag – Methoden aus der Praxis für Grundschulkinder“
Expertin: Sonja Oellermann
Musik im Ganztag? Wie ist es möglich, Musik für alle und mit allen zu gestalten? Die Ganztagschule bringt zwar eine heterogene Zusammensetzung mit sich die aber wiederum neue Chancen ermöglichen mit Musik in Kontakt zu treten. Es gibt eine Methodenvielfalt diese Chancen zu nutzen. Projektbezogene Konzepte beziehen Kinder mit dem ganzen Körper ein. Wir singen, sprechen, bewegen und musizieren gemeinsam. Diese Synchronizität fördert die Schulkinder ganzheitlich und das gemeinsame Handeln stärkt die Klasse. Im Prozess wird die Kreativität angeregt und sie erleben Musik mit allen Sinnen.
Themen sind u.a.
- Beispiele aus der Praxis
- kreative Musikvermittlung
- Fächerübergreifendes Arbeiten
- Einsetzen von Orff-Instrumente, Bodypercussion, Rhythmik, Liedern und Rap
Sonja Oellermann ist Diplom-Opernsängerin, Musikgeragogin, Chordirigentin, SBS-Fachkraft, Lehrerin im Elementarbereich an der Musikschule in Bruchsal, Carusos Fachberaterin des Deutschen Chorverbandes, Initiatoren und Leiterin von „Jekasi!-jeder kann singen an den Bruchsaler Grundschulen, Gesangspädagogin, Stimmbildnerin für verschiedene Chöre, Autorin – „Bruchsaler Liederbuch“ und Komponistin von Kinderliedern. Auszeichnungen u.a. in 2016 als Kulturbotschafterin für die Technologie Region Karlsruhe. Im Jahr 2025 hat sie die Ehrennadel der Stadt Bruchsal verliehen bekommen für ihrem Musikalischem Engagement in der Arbeit mit Kindern. Mehr Infos auf ihrer Webseite unter www.sonjaoellermann.de
13:00 Uhr – Konferenzraum
15:00 Uhr – Konferenzraum (Wiederholung)
Fach-Forum C1 – „Da Capo und Andante“ (45 Min.)
Experte: Cesar Masano Cavaloti
Projekt „Da Capo“ – Der musikalische Anfang: Da Capo ist das musikalische Bildungsprojekt für Kinder der ersten und zweiten Klasse im Hochschwarzwald. Seit über zehn Jahren ermöglicht es allen Grundschülern, Musik hautnah zu erleben und selbst aktiv auszuprobieren. Mit einfachen Vorläuferinstrumenten wie Doods, Flöte, Tischgeige oder Melodika entdecken die Kinder spielerisch die Grundlagen des Musizierens – zunächst ganz für sich selbst, bevor sie in kleinen Gruppen gemeinsam Klangwelten gestalten. Das Besondere: 100 Prozent der Kinder werden erreicht. Damit erhalten alle Familien Zugang zu musikalischer Bildung, unabhängig von Vorkenntnissen oder Voraussetzungen. Die Kinder lernen, sich gegenseitig zuzuhören, aufeinander zu reagieren und erleben Musik als Gemeinschaftserlebnis. So legt Da Capo den Grundstein für eine nachhaltige musikalische Entwicklung und weckt Neugier auf die Instrumente der Jugendkapellen und Musikvereine.
Projekt „Andante“ – Der nächste Schritt: Auf Da Capo folgt ab der dritten Klasse das freiwillige Aufbauprojekt Andante. Hier bekommen die Kinder die Möglichkeit, ihr Wunschinstrument intensiv zu erlernen. Zwei kostenlose Unterrichtseinheiten pro Woche bilden den Kern des Programms: a) Instrumentalgruppenunterricht bei qualifizierten Lehrkräften und b) Orchesterproben mit allen teilnehmenden Kindern. Die Instrumente und das Zubehör werden meist von Vereinen gestellt, die enge Zusammenarbeit von Schulen, Musikschule und Musikvereinen sorgt für eine starke pädagogische Begleitung. Andante eröffnet Kindern nicht nur den Einstieg ins eigene Musizieren, sondern auch den Weg in die örtlichen Jugendkapellen und Musikvereine – und damit in ein lebenslanges musikalisches Miteinander.
13:45 Uhr – Konferenzraum
15:45 Uhr – Konferenzraum (Wiederholung)
Fach-Forum C2 – „Bläserklassen: Schulübergreifend gemeinsam musizieren“ (45 Min.)
Experte: Rainer Falk
Wie können Kinder frühzeitig für das Musizieren begeistert werden – und das mitten im Schulalltag? Rainer Falk, Direktor der Musikschule Bönnigheim, gibt spannende Einblicke in das erfolgreiche Bläserklassen-Modell, das er vor rund 25 Jahren in Bönnigheim gemeinsam mit der Grundschule entwickelt hat.
Das Konzept, das inzwischen an vielen Schulen in ganz Deutschland umgesetzt wird, zeigt, wie Kinder ab der dritten Klasse im regulären Musikunterricht gemeinsam ein Blasinstrument erlernen können. Von der Organisation über die Instrumentenwahl bis hin zu Elternarbeit, Motivation und Konzertpraxis erläutert Falk die wichtigsten Erfolgsfaktoren. Praxisnahe Beispiele aus Bönnigheim, Erligheim und Kirchheim machen deutlich, wie durch gute Vorbereitung, klare Strukturen und professionelle Begleitung über 1.000 Kinder bereits den Weg zum Instrument gefunden haben – und wie Vereine dadurch langfristig gestärkt werden.
Die Teilnehmenden erfahren, welche Rahmenbedingungen für Bläserklassen entscheidend sind, welche Herausforderungen auftreten können und wie Musikvereine und Schulen gemeinsam stabile Strukturen schaffen, von denen Kinder, Eltern und ganze Orchester profitieren.
Fachausstellung zum Thema
Besuchen Sie die Fachausstellung mit Angeboten zum Thema des Zukunftsdialogs. Auch Christoph Karle, Leiter der BDB-Musikakademie, steht im Rahmen der Fachausstellung für Fragen und Einzelberatungen zu den Themen Organisation, Durchführung und Finanzierung von musikalischen Bildungsangeboten im Ganztag zur Verfügung.
Das waren die Speaker des Zukunftsdialog 2025
(Für weitere Informationen zu den Experten bitte auf die Namen klicken!)
Volker Schebesta MdL
Staatssekretär im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg
Birgit Hannig-Waag
Rektorin Nordschule Neureut, Beauftragte für die musikalische Kooperation Schule–BCV, Koordinatorin Schulische Begegnungskonzerte, Dirigentin, Fortbildnerin
Rainer Falk
Musikschulleiter, Trompetenlehrer, Dirigent, Initiator der bundesweit ersten Grundschulbläserklasse
Sonja Oellermann
Diplom-Opernsängerin, Musikgeragogin, Chordirigentin, SBS-Fachkraft, Lehrerin im Elementarbereich
Martin Numberger
Bürgermeister der Stadt Geisingen, Vereinsvorstand, Musiker
Gert Balzer
Geschäftsführender Dozent am Musikinstitut der Pädagogischen Hochschule Freiburg
Ingo Sadewasser
Musikschulleiter, Vorsitzender des Landesverbandes der Musikschulen BaWü
Dr. Denise Burgert
Moderatorin, Kommunikationsprofi und musikbegeistert
Cesar Masano Cavaloti
Musikschulleiter, Kulturmanager

















































